Ein halbes Jahrhundert präsidiale Öl-Rhetorik

Während die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko weiter ihren Lauf nimmt, unentwegt Öl ins Meer läuft und unschöne Bilder davon in unsere Wohnzimmer sprudeln, mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass das wahre Problem selbstverständlich im Ölhunger unserer westlichen Industrie- und Wohlstandsgesellschaften zu suchen sei. Und wo man in Europa von zu langsamen, aber unübersehbaren Fortschritten sprechen kann, verschließt die amerikanische Öffentlichkeit mal wieder die Augen vor der Realität. Doch haben die USA nicht Barack Obama gewählt, den ersten grünen Präsidenten? Und hat er nicht auch schon einige erwähnenswerte legislative Erfolge in der Energiepolitik gehabt?

Die Reaktionen auf Barack Obamas Oval Office Ansprache zu den Folgen der Ölkatastrophe am vergangenen Dienstag fielen dann jedoch nicht gerade positiv aus. Die Rechte tobt, dass Obama die Ölkatastrophe für einen weiteren Anlauf missbrauche, ein Cap and Trade System einzuführen (Sozialismus!). So weit so dumm und vorhersehbar. Doch auch Obamas politischen Weggefährten und Anhänger sind nicht zufrieden. Sie verweisen darauf, dass seine Pläne wenig konkretes erhielten. „Just Words“ titelt Joan Walsh und auch der sonst eher linke Kabelsender msnbc findet kaum positives an der Rede. Noch nicht einmal das Wort Klimawandel sei ihm über die Lippen gekommen, so Ezra Klein.

Woher dieser Fatalismus? Warum keine Zustimmung zu Obama, der in seiner Rede eine Zukunft der erneuerbaren Energien fordert? „The time to embrace a clean energy future is now. Now is the moment for this generation to embark on a national mission to unleash American innovation and seize control of our own destiny.“, so der Präsident. Warum diese Worte unglaubwürdig und hohl klingen, das zeigt Jon Stewart, wie nur er es kann. Obamas Ankündigungen ähneln auf fatale Weise der leeren Öl-Rhetorik von Bush, Clinton, Bush, Reagan, Carter, Ford und Nixon in den letzten 40 Jahren. Stewart: „Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me. Fool me eight times: am I a fucking idiot?“ Brillant.

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